
Wer in Wien auf eine Wärmepumpe umsteigt, bekommt im Herbst 2026 vor allem von der Stadt Wien Geld: Für ein Eigenheim übernimmt sie 35 Prozent der Kosten, höchstens 8.000 Euro, bei Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme zusätzlich 4.000 Euro. Für eine Wohnung sind es höchstens 5.250 Euro. Der Bund legt seine Förderung „Kesseltausch“ für Ein- und Zweifamilienhäuser neu auf: Registrierungen sind ab 2. November 2026 möglich, für eine Wärmepumpe gibt es dann höchstens 5.000 Euro plus mögliche Zuschläge. Ab 4. Jänner 2027 startet die Sanierungsoffensive 2027. Hier finden Sie alle Beträge, Voraussetzungen und Schritte – mit Quellenangaben.
Die Stadt Wien (Magistratsabteilung 50) fördert die Errichtung und die Umstellung von Heizungen auf hocheffiziente alternative Energiesysteme – dazu zählen Wärmepumpen und Fernwärme. Rechtsgrundlage ist die Sanierungs- und Dekarbonisierungsverordnung 2024. Die Förderung ist ein einmaliger Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen.
Eine Wärmepumpe nur für Ihre Wohnung wird in Häusern ohne zentrale Heizung nur gefördert, wenn eine zentrale Heizungsanlage aus technischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist. Die Stadt zahlt nach Maßgabe der vorhandenen Budgetmittel aus, einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht.
Antragsberechtigt sind Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Mieterinnen und Mieter von Wohnungen, Eigenheimen und Reihenhäusern. Die Wohnung oder das Haus muss Ihr Hauptwohnsitz sein.
Für Eigenheime, Reihenhäuser und Kleingartenwohnhäuser gilt seit 2026 eine Einkommensgrenze. Das jährliche Netto-Haushaltseinkommen darf diese Beträge nicht übersteigen:
Für Wohnungen sieht die Förderverordnung keine eigene Einkommensgrenze vor. Die Antragsseite der Stadt verweist aber allgemein auf den „begünstigten Personenkreis“ nach § 11 WWFSG 1989. Klären Sie das im Zweifel vorab mit der Förderstelle der Stadt Wien (MA 50).
Sie können den Antrag vor oder nach dem Einbau stellen. Die Rechnungen dürfen bei der Antragstellung aber höchstens sechs Monate alt sein und müssen auf Ihren Namen lauten. Für Wohnungen gibt es das Online-Formular „Wohnungsverbesserung“, für Eigenheime das Formular „Eigenheimsanierung“. Sie benötigen:
Eine Studie des Energieinstituts an der Johannes Kepler Universität Linz für die Arbeiterkammer Oberösterreich (November 2025) rechnet für ein Einfamilienhaus mit 25.000 bis 32.000 Euro für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und mit 32.000 bis 38.000 Euro für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe samt Tiefenbohrung – jeweils inklusive Montage und Anpassungen am Heizsystem. Die Werte beziehen sich auf Oberösterreich und können laut Studie um rund 20 Prozent abweichen. Was die Wärmepumpe in Ihrem Haus kostet, zeigt erst ein konkretes Angebot.
Ein Rechenbeispiel: Kostet die Luft-Wasser-Wärmepumpe für Ihr Eigenheim 28.000 Euro, wären 35 Prozent 9.800 Euro. Die Stadt Wien zahlt aber höchstens 8.000 Euro. Bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe um 35.000 Euro sind es 8.000 Euro plus 4.000 Euro Zuschlag, also 12.000 Euro.
Die Bundesförderung für den Heizungstausch hieß früher „Raus aus Öl und Gas“ und läuft seit Ende 2025 als „Kesseltausch“ im Rahmen der Sanierungsoffensive. Die Mittel für 2026 waren am 10. Juli 2026 ausgeschöpft. Mitte Oktober 2026 hat die Bundesregierung eine Neuauflage für den Rest des Jahres und die Sanierungsoffensive 2027 vorgestellt; die Informationsblätter dazu sind seit 15. Oktober 2026 auf sanierungsoffensive.gv.at veröffentlicht. Die Pauschale für eine Wärmepumpe sinkt dabei von bisher bis zu 7.500 Euro auf höchstens 5.000 Euro. Dafür entfällt die bisherige Begrenzung auf 30 Prozent der Kosten.
Laut Wirtschaftskammer stehen für die Neuauflage rund 20 Millionen Euro an frei gewordenen Mitteln aus 2026 zur Verfügung. Wenn Sie diese Förderung nutzen möchten, registrieren Sie sich daher möglichst bald nach dem 2. November.
Laut Sanierungsoffensive sind die Förderhöhen für 2027 bereits fixiert. Einzelne Förderbedingungen können bis zum Start noch präzisiert werden.
Unser Rat: Wenn Sie in den nächsten Monaten umsteigen möchten, lassen Sie sich jetzt beraten und registrieren Sie sich ab 2. November für die Neuauflage, solange das Budget reicht. Danach haben Sie neun Monate Zeit für Einbau und Antrag. Ist das Budget ausgeschöpft, bleibt die Sanierungsoffensive 2027 – dort stellen Sie den Antrag ab 4. Jänner 2027, am besten bevor Sie die Wärmepumpe bestellen.
Wer eine Bundesförderung für den Heizkesseltausch ausbezahlt bekommt, kann zusätzlich die Öko-Sonderausgabenpauschale nutzen: Das Finanzamt berücksichtigt fünf Jahre lang jeweils 400 Euro als Sonderausgaben, das senkt Ihr zu versteuerndes Einkommen. Voraussetzungen sind, dass Sie das schon beim Antrag auf die Bundesförderung erklären und der Datenübermittlung an das Finanzamt zustimmen, dass Ihre Ausgaben abzüglich der Förderungen mehr als 2.000 Euro betragen und dass es sich um ein privat genutztes Gebäude handelt. Die Pauschale wird dann automatisch in der Steuerveranlagung berücksichtigt.
„Sauber Heizen für Alle“ ist für 2026 ausgeschöpft, neue Registrierungen sind nicht möglich. Ab 2027 gibt es im Rahmen des Kesseltauschs für Ein- und Zweifamilienhäuser und Reihenhäuser eine soziale Zusatzförderung (für Wohnungen siehe unten):
Die soziale Zusatzförderung steht noch unter dem Vorbehalt, dass die Europäische Kommission den österreichischen Klima-Sozialplan genehmigt. Beträge und Bedingungen können sich bis zum Start daher noch ändern.
Die Stadt Wien sagt selbst, dass der Umstieg von einer Gastherme auf ein erneuerbares Heizsystem für einzelne Wohnungen nur in den seltensten Fällen realisierbar ist. Meist ist eine gemeinsame Lösung für das ganze Haus sinnvoll, etwa ein Anschluss an die Fernwärme oder eine zentrale Wärmepumpe. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft. Für ein Sanierungskonzept für das ganze Gebäude gibt es eine eigene Förderung der Stadt Wien.
Auch der Bund fördert ab 4. Jänner 2027 den Anschluss einer einzelnen Wohnung an eine bestehende klimafreundliche Zentralheizung: höchstens 2.000 Euro und höchstens 30 Prozent der Kosten. Einreichen können Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer sowie Mieterinnen und Mieter, die die Kosten tragen. Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden. Haushalte mit OBS-Bescheid können bis zu 100 Prozent der Kosten erhalten, höchstens 3.000 Euro (förderungswürdig) bzw. 6.000 Euro (einkommensschwach) – vorbehaltlich der EU-Genehmigung. Eine Wärmepumpe, die nur Ihre Wohnung und nicht das ganze Gebäude versorgt, fördert der Bund nicht.
Die Förderung für Wohnungen (bis zu 5.250 Euro) können Sie als Mieterin, Mieter oder Wohnungseigentümerin bzw. -eigentümer für die Kosten beantragen, die Ihnen selbst in Rechnung gestellt werden. Die Dekarbonisierungsprämie (1.000 bzw. 1.500 Euro) gibt es, wenn Ihre Wohnung vollständig vom Gas abgemeldet ist. Für beide gilt: Rechnung bzw. Gasfreimachung dürfen beim Antrag höchstens sechs Monate zurückliegen.
Nein. Die Stadt Wien fördert nur hocheffiziente alternative Energiesysteme wie Wärmepumpen oder Fernwärme, und der Kesseltausch des Bundes fördert ausschließlich den Umstieg von fossilen auf klimafreundliche Heizungen. Für den Tausch einer alten Gastherme gegen eine neue Gas-Brennwerttherme gibt es daher keinen Zuschuss.
Beachten Sie außerdem: In Neubauten dürfen seit 29. Februar 2024 keine fossilen Heizungen mehr eingebaut werden (Erneuerbare-Wärme-Gesetz). Für bestehende Gebäude verlangt die Wiener Bauordnung seit Juli 2026, dass bei Änderungen am gebäudetechnischen System der Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen, aus effizienter Fernwärme oder aus kohlenstofffreien Quellen gedeckt wird – sofern das technisch, funktionell und wirtschaftlich realisierbar ist (§ 118c Abs. 2). Was das für Ihre Heizung bedeutet, klären wir gerne vor dem Tausch mit Ihnen.
Nicht immer. Laut Merkblatt der Wiener Baupolizei (MA 37) hängt das vor allem von der Lautstärke und vom Kältemittel ab. Ob eine Bewilligung nötig ist, kann Ihr Installateur oder eine sachverständige Person mit dem „Leitfaden Schallschutz haustechnische Anlagen“ der Baubehörde beurteilen. In seltenen Fällen kann sich eine Bewilligungspflicht aus der Wirkung auf das Stadtbild ergeben. In Schutzzonen empfiehlt die Baupolizei deshalb, die Aufstellung vorab mit der Stadtgestaltung abzuklären. Für Grundwasser-Wärmepumpen und Erdwärme-Tiefensonden kann zusätzlich eine wasserrechtliche Bewilligung nötig sein. In Mehrparteienhäusern ist in der Regel auch die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft bzw. der Vermieterseite nötig.
Die Stadt Wien bietet über die Hauskunft, die Klima- und Innovationsagentur Wien und Wien Energie eine kostenlose Beratung zum Umstieg von Gas an. Ob an Ihrer Adresse Fernwärme verfügbar ist, können Sie online bei Wien Energie prüfen. Für die Bundesförderung ist ein Energieberatungsprotokoll des Bundeslandes Voraussetzung.
Wir installieren und warten Wärmepumpen in allen 23 Wiener Bezirken und beraten Sie zu den Förderungen. Gerne erstellen wir Ihnen das Angebot einer befugten Firma, das Sie für den Förderantrag brauchen, und bestätigen nach der Umstellung die Stilllegung Ihrer Gasanlage für die Dekarbonisierungsprämie. Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin telefonisch unter +43 1 922 49 78, per E-Mail an office@ngastech.at oder über unsere Seite zur Heizungsinstallation in Wien.
Ja. Laut Stadt Wien können die Landesförderungen nach Verfügbarkeit mit Bundesförderungen kombiniert werden. Laut den Bundesregeln dürfen alle Förderungen zusammen die Investitionskosten nicht übersteigen. Beim Antrag in Wien legen Sie das Gewährungsschreiben der Bundesförderung bei.
Bei der Stadt Wien nicht: Sie können auch nach dem Einbau einreichen, solange die Rechnungen höchstens sechs Monate alt sind. Beim Bund kommt es auf die Aktion an: Für die Neuauflage 2026 registrieren Sie sich ab 2. November, anerkannt werden Lieferungen und Leistungen ab 7. Oktober 2026. In der Sanierungsoffensive 2027 müssen Sie den Antrag dagegen vor der Umsetzung stellen, am besten schon vor der Bestellung.
Ja. Bei der Stadt Wien sind Mieterinnen und Mieter von Wohnungen, Eigenheimen und Reihenhäusern antragsberechtigt. Sie brauchen die Zustimmung der Vermieterseite. Auch beim Kesseltausch des Bundes können Mieterinnen und Mieter eines Ein- oder Zweifamilienhauses oder Reihenhauses einreichen.
Bei der Bundesförderung hat die Fernwärme Vorrang: Eine Wärmepumpe wird dann nur gefördert, wenn sie mindestens 25 Prozent weniger kostet als der Fernwärmeanschluss. Die aktuelle Antragsseite der Stadt Wien nennt keine solche Bedingung. In der Transparenzdatenbank des Bundes ist für Eigenheime aber noch eine Bestätigung von Wien Energie angeführt, dass kein Fernwärmeanschluss möglich ist. Prüfen Sie die Verfügbarkeit online bei Wien Energie und fragen Sie vor dem Antrag bei der Förderstelle der Stadt Wien (MA 50) nach, ob Sie diese Bestätigung brauchen.
Stand: 15. Oktober 2026. Förderbedingungen können sich kurzfristig ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen der Förderstellen. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Förderberatung.